Liquidität der Sozialkassen – von der Wirtschaft finanziert
Neu-Isenburg 1. Dezember 2005


 Zusatzaufwand in Milliardenhöhe für Personalverwaltung /
Bekommen Arbeitnehmer mit flexiblen Einkommen ihre Gehälter später?


Neu-Isenburg - Ab Januar 2006 tritt die neue Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge in Kraft. „Das klingt harmlos - ist es aber nicht“, meint Andreas Kiefer, Geschäftsführer von ADP, dem weltweiten Marktführer für Services im Personalwesen. „Die Tatsache, dass die Sozialversicherungsbeiträge am drittletzten Bankarbeitstag des Monats und nicht mehr 15 Tage nach Monatsende bezahlt werden müssen, kostet die Wirtschaft ein Vielfaches des Vorteils, den der Staat sich davon verspricht. Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten wird durch unsinnigen Verwaltungsaufwand direkt aufgefressen.“

Im Klartext: Die rund 370 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen, die der Staat jährlich über die Unternehmen einzieht, gehen nun circa 19 Tage früher ein. Der zu erwartende Zinsnachteil für die Unternehmen beträgt nach Berechnungen des DIHK rund 400 Millionen Euro pro Jahr. Entsprechend hoch wäre der Zinsvorteil des Staates.

Vergessen wird jedoch die Tatsache, dass Unternehmen, um die richtigen Beträge überweisen zu können, mit erheblichen finanziellen und verwaltungstechnischen Mehraufwendungen belastet werden. So müssen die Arbeitszeitabrechnungssysteme reorganisiert und die zugehörigen EDV-Systeme umgestellt werden. In Arbeitsverträgen fixierte Abrechnungszeitpunkte für Löhne und Gehälter müssen überdacht und angepasst werden. Bei Mitarbeitern mit flexiblen Gehältern sind möglicherweise doppelte Gehaltsabrechnungen durchzuführen. Und mehrere Millionen Mitarbeiter mit Schichtzulagen, Lohnabrechnung nach Zeit oder Akkord und Provisionseinkommen erhalten unter Umständen ihre Gehälter erst später.

Der von ADP in Zusammenarbeit mit Professor Walter Gora, Geschäftsführer der Valora Management Group und am Institute of Electronic Business (IEB) in Berlin tätig, daraus geschätzte Zusatzaufwand beträgt alleine für die wahrscheinlich notwendige doppelte Gehaltsabrechnung mindestens 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Dies ergibt sich unter der Annahme, dass für die Hälfte der ca. 30 Millionen Arbeitsnehmer zum aktuellen Marktpreis von ca. 10 Euro zwei Abrechnungen pro Monat fällig werden. Dies entspricht mindestens dem 4-fachen des Zinsvorteils des Staates. „Wenn Bürokratie-Abbau so aussieht, fragt man sich als Experte, was in diesem Land noch auf uns zukommen wird“, so Andreas Kiefer.

KURZPROFIL ADP EMPLOYER SERVICES GMBH
ADP Employer Services ist weltweiter Marktführer für Services im
Personalwesen. Das Leistungsspektrum umfasst flexible und skalierbare
Dienstleistungen und Softwarelösungen rund um die Personalabrechnung
und das Reisekostenmanagement. Jede fünfte Lohn- und
Gehaltsabrechnung in Deutschland wird mit Produkten und Services von
ADP erstellt. Im Business Process Outsourcing (BPO) übernimmt ADP heute
knapp zwei Millionen Abrechnungen pro Jahr in Deutschland. Zu den
Kunden zählen lokal und global agierende Unternehmen jeder Größe und
Branche wie zum Beispiel ACNielsen, DaimlerChrysler, Drägerwerk, eBay,
Henkel und Microsoft. ADP Employer Services GmbH mit Hauptsitz in Neu-
Isenburg ist an fünf weiteren Standorten in Deutschland vertreten.

Die Muttergesellschaft Automatic Data Processing Inc., Roseland USA
(NYSE:ADP), wurde 1949 gegründet und beschäftigt weltweit 41.000
Mitarbeiter. Mit rund 590.000 Kunden ist ADP Inc. eines der größten
unabhängigen IT-Serviceunternehmen der Welt. Employer Services stellt
mit rund 470.000 Kunden den größten von vier Geschäftsbereichen dar. Im
Geschäftsjahr 2004/2005 erzielte ADP Inc. weltweit einen Umsatz von 8,5
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