WM-VIP-Lounges – der Fiskus gewinnt mit
Neu-Isenburg 15. Dezember 2005


 Steuerfalle für Gastgeber und Gäste /
Werden Fans und VIPs steuerlich gleich behandelt?


Neu-Isenburg - Noch rund 200 Tage bis zum Anpfiff der Fußball- Weltmeisterschaft in Deutschland, und noch immer ist die steuerliche Behandlung der Aufwendungen für VIP-Lounges und die damit verbundenen Incentives nicht geklärt. Andreas Kiefer, Geschäftsführer von ADP, dem weltweiten Marktführer für Services im Personalwesen, warnt: „Es ist durchaus sicher, dass die Aufwendungen nicht komplett als Betriebsausgaben abgesetzt werden können, für eingeladene Mitarbeiter der geldwerte Vorteil zu versteuern ist und darüber hinaus sogar Gäste – für Geschenke beziehungsweise geldwerte Vorteile – vom Fiskus zur Kasse gebeten werden.“ Bei Preisen von 800 bis 1.500 Euro pro Sitzplatz in den VIP-Lounges, kämen hiermit sehr schnell größere Summen zusammen. So sind mindestens 30 Prozent der Aufwendungen sicher zu versteuern, aufgrund der zur WM restriktiv gehandelten Werbemöglichkeiten und der exorbitanten Kartenpreise wahrscheinlich mehr.

„Ein Gastgeber muss schon sehr genaue Regelungen bezüglich der Verwendung seiner WM-VIP-Karten und dem Zweck der getätigten Aufwendungen vorlegen, um nicht seine Incentive-Budgets kurzfristig noch um einen spürbaren Posten ’Steueraufwand’ aufstocken zu müssen“, ergänzt Andreas Kiefer.

Nach aktueller Rechtslage sind VIP-Aufwendungen wie Reisen oder Eintrittskarten zur Vorbereitung geschäftlicher Kontakte als Geschenke zu behandeln. Das heißt, mehr als 35 Euro pro Jahr und Kunde sind steuerlich nicht drin. Da es sich insbesondere bei den zur WM angebotenen Paketen für VIP-Lounges nicht um so genannte Werbepakete inklusive Werbung im Stadion handelt, besteht die Gefahr der fehlenden Absetzbarkeit und gar die Pflicht zur Versteuerung. Es wird auch nur in Grenzen möglich sein, den steuerlich einfacher zu behandelten Bewirtungsanteil der VIPLounges auf das „übliche Drittel“ der Aufwendungen festzulegen. Bei derzeit diskutierten Preisen von über 1.000 Euro pro Karte, kann das Pausen-Buffet kaum entsprechend wertvoll sein.

So sind die Zuwendungen bei den Empfängern in Höhe des geldwerten Vorteils entweder als Betriebseinnahmen oder bei der privaten Steuererklärung anzusetzen. Und dies sogar dann, wenn der einladende Gastgeber diese Aufwendungen nicht von der Steuer absetzen kann – es sei denn, der Gastgeber übernimmt diese Steuer gleich mit.

Noch härter kann es Mitarbeiter des Gastgebers treffen. Denn auch für sie gilt die Regelung des geldwerten Vorteils beziehungsweise steuerpflichtigen Sachbezugs. Der Chef lädt in die WM-Lounge, setzt die Kosten von der Steuer ab und es erhöht sich der Arbeitslohn des Mitarbeiters. In diesem Fall kann der Chef über eine Pauschalversteuerung in Höhe von 30 Prozent dieses Vorteils den Mitarbeiter von der Steuer entlasten.

Eine klare Regelung der Finanzverwaltung – quasi ein Lex-Fifa 2006 – könnte hier für Abhilfe sorgen. Bei der aktuellen Kassenlage ist dies aber nicht unbedingt zu erwarten. Und der Fan im Stadion, der seine Karte aus versteuertem Geld bezahlt hat, würde wohl noch weniger Verständnis für das Thema VIP-Lounges und Sponsoren aufbringen.

KURZPROFIL ADP EMPLOYER SERVICES GMBH
ADP Employer Services ist weltweiter Marktführer für Services im
Personalwesen. Das Leistungsspektrum umfasst flexible und skalierbare
Dienstleistungen und Softwarelösungen rund um die Personalabrechnung
und das Reisekostenmanagement. Jede fünfte Lohn- und
Gehaltsabrechnung in Deutschland wird mit Produkten und Services von
ADP erstellt. Im Business Process Outsourcing (BPO) übernimmt ADP heute
knapp zwei Millionen Abrechnungen pro Jahr in Deutschland. Zu den
Kunden zählen lokal und global agierende Unternehmen jeder Größe und
Branche wie zum Beispiel ACNielsen, DaimlerChrysler, Drägerwerk, eBay,
Henkel und Microsoft. ADP Employer Services GmbH mit Hauptsitz in Neu-
Isenburg ist an fünf weiteren Standorten in Deutschland vertreten.

Die Muttergesellschaft Automatic Data Processing Inc., Roseland USA
(NYSE:ADP), wurde 1949 gegründet und beschäftigt weltweit 41.000
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mit rund 470.000 Kunden den größten von vier Geschäftsbereichen dar. Im
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