Die Diskriminierungsdebatte – Könnten Sie mehr tun?

 

Warum wurden Sie nicht befördert? Liegt es an Ihrem Alter? An Ihrem Geschlecht?

Es gibt viele Gründe, warum Mitarbeiter(innen) nicht befördert werden. Auch Diskriminierung (in verschiedene Richtungen) kann ein Faktor sein, warum man bei einer Beförderung übersehen oder bei der Arbeit auf eine bestimmte Art und Weise behandelt wird.

Positiv ist dagegen zu bemerken, dass Arbeitskräfte in Europa der Ansicht sind, die Diskriminierung sei im Rückgang (um 4 % auf 30 %). Dies ist die Schlussfolgerung der ADP Studie Workforce View in Europe 2019 zu Berufsleben und Karriere in Europa , für die 10.585 Arbeitskräfte aus acht europäischen Ländern befragt wurden.

Trotz dieser scheinbaren Verbesserung konnten im vergangenen Jahr einige schwere Diskriminierungsfälle beobachtet werden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Diskriminierung und ähnlichen Themen im Zuge der Bewegungen #MeToo und #TimesUp.

Kennen Sie die Diskriminierungsschmerzpunkte Ihres Unternehmens?

Diskriminierung ist in jeder Form ein Problem, tritt jedoch vor allem in Hinblick auf Alter und Geschlecht auf. Die ADP Workforce View in Europe 2019 deckt auf, dass die häufigste Art gemeldeter Diskriminierungsfälle das Alter betrifft: 9 % der Arbeitskräfte gaben an, am Arbeitsplatz schon einmal entsprechend diskriminiert worden zu sein. Eng gefolgt wird dies von der Geschlechterdiskriminierung, die bei 7 % der Arbeitskräfte schon einmal aufgetreten ist.

Dabei ist es vielleicht keine Überraschung, dass die Geschlechterdiskriminierung häufiger von Frauen erlebt und gemeldet wird: 10 % der Frauen gaben an, davon betroffen zu sein (gegenüber Männern mit 3 %).

Des Weiteren heißt es in der Studie: „Jüngere Mitarbeiter geben eher an, unter Geschlechterdiskriminierung zu leiden; wahrscheinlich, weil sie stärker darauf achten und sich die Schmerzgrenze in Hinblick darauf, was als Diskriminierung empfunden wird, verändert.“

Ist eine Analyse der Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern vielleicht der Weg zu mehr Gleichheit?

Die Geschlechterdiskriminierung hängt eng mit den Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern zusammen – und ist damit ein weiteres Thema, das in den letzten 12 Monaten für Schlagzeilen gesorgt hat. Forschungen haben ergeben, dass Frauen in Europa durchschnittlich 16 % weniger Gehalt als Männer bekommen. Daher haben Länder wie das Vereinigte Königreich und Frankreich eine Meldepflicht zu Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern eingeführt.

Es ist jedoch noch zu früh, um sagen zu können, welche Auswirkungen dies eventuell auf das Gehälter-Missverhältnis haben wird bzw. ob sich die Ungleichheit der Vergangenheit damit bereinigen lässt.

Doch das scheint erst der Anfang zu sein. Andere Länder ziehen nach und verfassen auf Landesebene ähnliche Gesetze oder nehmen Unternehmen zumindest in die Pflicht, eventuelle Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern zu identifizieren, zu melden und zu beseitigen.

Ihre Mitarbeiter wollen wissen, wie Sie zu Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern stehen.

Über ein Viertel der Arbeitskräfte (27 %) ist der Ansicht, dass Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern in ihrem Unternehmen gemeldet werden sollten. Hier ist gegenüber 2018 eine Steigerung von 5 % zu beobachten – ein Zeichen dafür, dass Mitarbeiter(innen) sich immer stärker mit diesem Thema auseinandersetzen. In Deutschland sind die Arbeitskräfte mit 29 % um 2 % mehr als zuvor daran interessiert, dass ihre Arbeitgeber zur Meldung von Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern verpflichtet werden.

Der Ruf nach einer größeren Gleichberechtigung der Geschlechter und mehr Transparenz des Arbeitgebers wird von der Tatsache unterstützt, dass 60 % der Arbeitskräfte, die sich für die Meldung von Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern aussprechen, angeben, sie würden den Arbeitgeber wechseln, falls sie herausfänden, dass es unfaire Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Bei den weiblichen Arbeitnehmern allein lag diese Zahl bei immerhin 72 %.

Doch leider ist der Weg in eine Welt ohne Diskriminierung und Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern noch weit. Mit den richtigen HR-Strategien und Kenntnissen der Situation Ihres Unternehmens können Sie für Ihre Mitarbeiter einige Missverständnisse und Unstimmigkeiten aus dem Weg räumen.

Möchten Sie wissen, wofür sich Arbeitskräfte in Europa interessieren und was sie antreibt? Laden Sie die Studie ADP Workforce View in Europe 2019 zu Berufsleben und Karriere in Europa herunter und erfahren Sie mehr darüber.

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