Flexibles Arbeiten bleibt für viele Wunschdenken

 
  • Lediglich 16% der deutschen Arbeitnehmer sagen, dass geschäftliche Anforderungen das Arbeiten außerhalb der Geschäftszeiten schwierig gestalten und doch fühlen sich nur 26% in der Lage, flexible Arbeitsregelungen zu nutzen
  • 31% würden es vorziehen, weniger Tage pro Woche, dafür aber mehr Stunden am Tag zu arbeiten. Das Interesse an dieser Option ist in Deutschland am größten, dicht gefolgt von Großbritannien

Neu-Isenburg, Deutschland – 25. August 2020 – In den meisten Unternehmen wird flexibles Arbeiten nach wie vor nicht praktiziert, obwohl es Belege für die Vorteile von flexiblem Arbeiten gibt. Dies geht aus der Workforce View Studie 2020 – Teil 1 vor COVID-19 des ADP® Research Institute hervor, das weltweit über 32.000 Arbeitnehmer zwischen Oktober 2019 und Anfang Januar 2020 befragte.

Nur 26% der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich in der Lage, flexible Arbeitsregelungen zu nutzen. Da jedoch lediglich 16% aussagen, dass geschäftliche Anforderungen das Arbeiten außerhalb der Geschäftszeiten schwierig gestalten, scheint es für die meisten Arbeitnehmer nicht viele tatsächliche Hindernisse für flexibles Arbeiten zu geben.

Knapp 9% der Mitarbeiter melden außerdem, dass die Inanspruchnahme flexibler Arbeitszeiten negativ beurteilt wird. Besorgniserregend ist auch, dass 9% berichten, dass sie sich als Mitarbeiter schuldig fühlen, wenn sie flexible Arbeitsmodelle nutzen. Das deutet darauf hin, dass sowohl Arbeitgeber als auch ein Teil der Belegschaft erst noch von den Vorteilen flexibler Arbeitsmodelle überzeugt werden müssen.

Vorausschauende Arbeitgeber experimentieren bereits mit Änderungen an der Struktur der Arbeitswoche. 38% der befragten Mitarbeiter würden es jedoch vorziehen, weiterhin zu den regulären Arbeitszeiten für die gleiche Bezahlung in ihrer derzeitigen Rolle zu arbeiten. Doch auch das Modell der Vier-Tage-Woche wird von manchen bevorzugt. 31% geben an, dass sie sich dafür entscheiden würden, für das gleiche Gehalt weniger Tage pro Woche, dafür aber mehr Stunden am Tag zu arbeiten. Das Interesse an dieser Option ist in Deutschland am größten, dicht gefolgt von Großbritannien. Nur 12% würden weniger Tage pro Woche für eine niedrigere Bezahlung arbeiten. 20% hingegen würden sich dafür entscheiden, für eine höhere Bezahlung mehr Stunden pro Tag oder Tage pro Woche zu arbeiten.

Viele Mitarbeiter sind optimistisch, dass die Optionen, wie und wo sie arbeiten können, allmählich mehr werden. 44% glauben, dass sie diesbezüglich in fünf Jahren mehr Optionen haben werden.

Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle nimmt durch Ausbruch von COVID-19 zu

Die Daten von Teil 1 der Studie zeigen eine Momentaufnahme der Ansichten der Arbeitnehmer, bevor sich die Coronavirus-Pandemie auf der ganzen Welt ausbreitete. Viele Unternehmen wurden durch die Pandemie zur Einführung von Telearbeit gezwungen, was auch einen langfristigen Effekt auf die Formalisierung von flexiblen Arbeitsmethoden haben könnte. In diesen schwierigen Zeiten wird es für Arbeitgeber wahrscheinlich weiterhin ein vorrangiges Ziel sein, die Fähigkeiten und Talente zu gewinnen, die sie für eine Konjunkturerholung benötigen.

Steven van Tuijl, General Manager Deutschland und Polen von ADP, kommentiert:

„Die Ergebnisse zeigen, dass flexibles Arbeiten bei Mitarbeitern bereits vor dem Ausbruch der Pandemie beliebt war. Die Nachfrage von Mitarbeitern und Bewerbern führte jedoch nicht immer zu entsprechenden Maßnahmen von Seiten der Arbeitgeber. Dabei ist Flexibilität auch ein entscheidender Faktor dafür, wie attraktiv Arbeitnehmer Stellen und Stellenangebote einschätzen, und somit maßgebend für die Talentbindung und -gewinnung.

Die traditionellen Arbeitspraktiken, von neun bis fünf im Büro zu sein, wurden durch die Pandemie außer Kraft gesetzt und Arbeitgeber gezwungen, die Arbeitsmethoden anzupassen. In dieser Hinsicht hat COVID-19 neue Impulse für flexibles Arbeiten gegeben. Es mag sich aus der Notwendigkeit heraus ergeben, aber dieser Wandel könnte durchaus Bestand haben, auch wenn die Büros wieder flächendeckend geöffnet werden.

Einerseits wird dies durch die anhaltenden Distanzierungsregeln bedingt sein, aber es geht auch und vor allem um eine Veränderung der Einstellungen. Für Unternehmen und Mitarbeiter wird immer deutlicher, dass nicht jeder zu bestimmten Zeiten am Arbeitsplatz sein muss, um gute Arbeit zu leisten. Flexible Arbeitsmodelle sind vielerorts organisatorisch umsetzbar und kommen den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter entgegen.

In dem Maße, in dem flexibles und mobiles Arbeiten an Bedeutung gewinnt, sei es formell oder informell, ist es wichtiger denn je, über stabile Personal- und Gehaltsstrukturen zu verfügen, um eine angemessene Verwaltung sicherzustellen. Durch die Erfassung von Stunden und Überstunden oder die Aufrechterhaltung klarer Kommunikationskanäle können die Arbeitnehmer beispielsweise mit ihren Kollegen in Verbindung bleiben und fühlen sich vom Unternehmen unterstützt.“

Daten und Methodik

Die Workforce View 2020 befasst sich mit den Einstellungen der Mitarbeiter zur heutigen Arbeitswelt und ihren Erwartungen und Hoffnungen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Das ADP® Research Institute hat zwischen dem 29. Oktober 2019 und dem 6. Januar 2020 32.442 Arbeitnehmer aus aller Welt befragt:

  • 15.274 in Europa (Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Spanien, Schweiz und Großbritannien)
  • 3.811 in Nordamerika (USA und Kanada)
  • 5.723 in Lateinamerika (Argentinien, Brasilien und Chile)
  • 7.634 im Asien-Pazifik-Raum (Australien, China, Indien und Singapur)

Die Umfragen wurden online in der jeweiligen Landessprache durchgeführt. Die globalen Ergebnisse sind gewichtet, damit sie die Größenordnung der arbeitenden Bevölkerung in jedem Land berücksichtigen.

Da die Forschung vor dem weltweiten Ausbruch von COVID-19 durchgeführt wurde, spiegeln die Ergebnisse nicht die Ansichten über die möglichen Auswirkungen wider. Das ADP® Research Institute führte eine zusätzliche Umfrage zu den wichtigsten Themen durch. Beide Teile der Studie finden Sie unter de-adp.com/wfv2020.

Über ADP (NASDAQ – ADP)

Mit innovativen Produkten und mehrfach ausgezeichneten Services gestalten wir eine zukunftsfähige Arbeitswelt, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber dabei unterstützt, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. HR, Talentmanagement, Payroll und Compliance – datengestützt und für Menschen entwickelt. ADP – Always designing for people. Weitere Informationen finden Sie unter www.de-adp.com.

ADP, das ADP-Logo und ADP® Research Institute sind Marken von ADP, Inc. Alle anderen Marken sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. Copyright © 2020 ADP, Inc.

Ein Foto von Steven van Tuijl steht hier zum Download zur Verfügung.

Kontakt für Medien:

Finn Partners Deutschland

Tel.: +49 (0)69 34 87 26 371

adp-dach@finnpartners.com

 

Kontakt für Medien:

Finn Partners DACH

adp-dach@finnpartners.com

+49 69 348 726 371